Pfarrkirche St. Genovefa, Obermendig

Genovefakreuz bzw. Flur– und Löffelkreuz

Auf altem Kulturboden entstanden in der Eifellandschaft die steinernen Zeugen christlichen Glaubens, durch die Unverwüstlichkeit der Basaltlava die Jahrhunderte überdauernd.
Im 15. Jahrhundert entwickelte sich langsam aus dem “Schöpflöffelkreuz” die  Kreuzform.
Das älteste erhaltene Beispiel dieser Art ist das Genovefakreuz - das seit einigen Jahren in der Kirche steht - bei dem über der Nische ein Kreuz emporwächst. Der Bildstock stammt aus dem Jahre 1462 (das erhaltene Kreuz mit der ältesten Jahreszahl) und gehört zu den vier wertvollen Beligen-Mälern. Auf der Vorderseite zeigt dieses Zeugnis heimischer Volkskultur die Zeichen für die damaligen Hauptberufe: Wagenrad (Landwirtschaft) und Mühlrad (Steinindustrie). Folgende Schrift ist erhaben herausgeschlagen:

“O südischer Mech   (O sündiger Mensch)
sich ö wat hait   (sie o was hat)
Ehesu geleden   (Jesu gelitten)
ind sin Mod Maria"   (und seine Mutter Maria)

 

Die hl. Genovefa im Altarraum der Kirche

Gebet zu Ehren der Hl. Genovefa
Heilige Genovefa,
seit langer Zeit ist unsere Kirche Dir geweiht.
Wir ehren Dich, Beschützerin,
tragen zu Dir unsere Sorgen hin.
Wir flehen zu Dir, sollst Helferin sein,
tritt Du bei Gott als Fürsprecher ein.
Er hat Dich zum Vorbild uns gegeben,
denn Du folgtest Christus in Deinem Leben.
Den Hungernden gabst Du mit milder Hand,
warst gütig den Kranken zugewandt.
Du sorgtest für Frieden in schwerer Zeit,
den Gefangenen zu helfen warst Du bereit.
Auch uns lass Deine Liebe üben,
hilf Hass und Streit in uns besiegen.
In Not und Krankheit schenk Vertrauen,
auf Deine Fürsprach' lass uns bauen.
"Gnad und Hilf bei Gott erbitte",
so hör das Fleh'n aus unserer Mitte.
Mit Deinem Licht zeig' uns den Weg,
dass keiner in die Irre geht.
Heilige Genovefa, bitt' für uns,
dass Gott uns schenke seine Gunst.
Amen.

Text: Lore Syré
vertont: Sven Scheuren (1999)

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